Infos zur Dateiübergabe bei Mixing- und Mastering-Projekten

Damit du die Spuren deiner Songs fürs Online Mixing oder Online Mastering in geeigneter Form im Studio anliefern kannst, müssen sie einige Kriterien erfüllen. Hier erfährst du, welche das sind und wie du deine Tracks optimal für Mix und Master vorbereitest. Auf dieser Seite wird von einer digitalen Produktionsumgebung ausgegangen, d.h. entweder vollständig „in the box“ (DAW) oder DAW-basiert.

Anforderungen an Dateiuploads

Allgemeines

  • Format:
    • WAV / BWF (Broadcast Wave Format) oder AIFF;
    • Wortbreite („Bit-Tiefe“): 24 bit oder 32-bit Float;
    • Sample Rate (Abtastrate): 44,1 kHz, 48 kHz, 88,2 kHz, 96 kHz, 176,4 kHz oder 192 kHz. Möglichst nicht konvertieren, d.h. originale, unveränderte Sample Rate verwenden.
  • Maximale Spuranzahl pro Song: 120 (Stereo und Mono) – bei mehr als 120 Spuren können zusätzliche Bearbeitungsschritte anfallen
  • Klare, nachvollziehbare Benennung der Spuren
  • Separater ZIP-Ordner für jeden Song. Ordnername = Songtitel + BPM-Angabe (sofern bekannt)
  • Beginn und Ende von jeglichem Audiomaterial ist vollständig (besser etwas mehr „Puffer“ als ein zu knapper Schnitt); kein Fade-In, kein Fade-Out
  • Keine Knackser, Dropouts (Lücken) oder sonstigen Artefakte, kein Clipping. Audiorestauration ist nicht Teil von Mixing und Mastering – bei Bedarf ist aber ein entsprechendes Angebot inklusive Restauration möglich
  • keine Normalisierung

 

Mixing-Projekte

  • Alle vorigen Produktionsschritte sind abgeschlossen (Arrangement, Recording, Editing/Schnitt inkl. Eventueller Rhythmus- und Tonhöhenkorrekturen)
  • Alle Spuren eines Songs beginnen gleichzeitig
  • Keine Effekte (EQ, Kompression, Limiting, Saturation, Distortion, Delay, Reverb…). Falls vorhanden, alle Plugins deaktivieren
  • Keine Pegel-Voreinstellungen für Lautstärkeverhältnisse, kein Panning (L/R-Panoramaeinstellung), keine Automation

 

Mastering-Projekte

  • Jeder Song hat am Anfang und Ende jeweils 1-2 Takte Puffer für sauberes Ein- und Ausklingen und Flexibilität
  • Jeder Song hat einige dB Headroom, d.h. „Sicherheitsabstand“ zur Übersteuerungsgrenze. 6 dB unter Vollaussteuerung ist dafür ein guter Richtwert.
  • Keinerlei Klangbearbeitungen (EQ, Kompression, Sättigung, Limiting etc.) auf der Summe („Mix Bus“ / „Master“). Optional: Zusätzlich alternative Version(en) mit Summenbearbeitung hochladen.

Vorbereitung für Mixing und Mastering

Die nachfolgende Vorgehensweise ist nur eine Empfehlung. Nicht alle Punkte müssen so umgesetzt werden, es sollten aber die oben genannten Anforderungen erfüllt werden. Die optionalen Schritte sind lediglich Tipps für eine möglichst professionelle Vorbereitung und sind eventuell auch nicht für jedes Projekt sinnvoll. Wenn du also deine eigenen Dateien vorbereitest, liegt es an dir zu entscheiden, ob und in welchem Umfang du diese Vorgehensweise anwendest. Natürlich kannst du dich bei Fragen immer gerne melden und Hilfe in deinem speziellen Fall erhalten.

 

Mixing

  1. Sicherstellen, dass alle Spuren sinnvoll benannt sind, d.h. nach ihrer Signalquelle
    • Die Spuren nach Instrumenten(-Gruppen) sortieren und dann aufsteigend nummerieren, um die Reihenfolge zu erhalten
    • Möglichst kurze Namen verwenden
    • Beispiel: 01_KickIn, 02_KickOut, 03_SnareTop, …, 09_BassDI, 10_BassAmp, …, 17-18_Synth

  2. Startpunkt der zu exportierenden Spuren festlegen:
    • Schnitt auf Schlag 1 im Takt vor dem Songstart bzw. dem Auftakt und/oder
    • Start-Locator auf der Timeline auf denselben Punkt setzen
    • Keinen Fade-In setzen, das wird bei Bedarf im Mix gemacht

  3. Endpunkt der zu exportierenden Spuren festlegen:
    • Schnitt auf Schlag 1, einen Takt nach dem vollständigen Ausklingen aller Spuren und/oder
    • End-Locator auf der Timeline auf denselben Punkt setzen
    • Keinen Fade-Out setzen, das wird bei Bedarf im Mix gemacht

  4. Sicherstellen, dass keine Klangbearbeitungen beim Export der Spuren stattfinden:
    • Zur Sicherheit das vorhandene DAW-Projekt unter neuem Namen speichern
    • Wahlweise kann ein Stereo-Roughmix (Demo) mit den verwendeten Einstellungen mit hochgeladen werden, um klangliche Vorstellungen zu verdeutlichen.
    • Alle Fader auf 0 dB zurücksetzen
    • Alle Plugins deaktivieren oder löschen
    • Alle (Aux-/FX-)Sends deaktivieren oder löschen

  5. Alle relevanten Einzelspuren im festgelegten Bereich bouncen/exportieren
    • Format: Siehe allgemeine Anforderungen
    • Bei Überschreiten der Spuranzahl (120 Spuren pro Song): Eventuell werden nicht alle Mikrofonsignale für den Mix gebraucht, insbesondere dann, wenn für einzelne Quellen viele verschiedene Mikrofone verwendet wurden. Beispiel: Mehr als 2 Mikrofone an Gitarren- / Bassverstärkern sind meist nicht zielführend. Im Mix werden in solchen Fällen und bei hoher Gesamtspuranzahl oftmals ohnehin nur eine oder zwei Spuren pro Quelle verwendet. Tipp: Für maximal 1-2 Mikrofone pro Quelle entscheiden, basierend auf der eigenen Soundvorstellung. Im Zweifel sind die am ausgeglichensten klingenden Spuren die besten. Wie unter den Anforderungen beschrieben, ist auch ein Überschreiten möglich, allerdings kann das den Arbeitsaufwand durch zusätzliche Bearbeitungsschritte (z.B. Sub-Mixes) erhöhen.
       
  6. Pro Song einen Ordner anlegen
    • Alle exportierten Spuren des Songs einfügen
    • Optional zusätzliche Informationen wie Taktart, Tonart, Lyrics, verwendetes Equipment, sonstige Infos zum Recording etc. als Textdatei miteinfügen
    • Bei Tempoänderungen im Songablauf: Den Audiospuren optional eine MIDI-Tempospur über denselben Timeline-Bereich beilegen
    • Den Ordner mit dem Songtitel und der BPM-Angabe benennen
    • Sofern festgelegt: Bei Alben und EPs die Songreihenfolge durch Titelnummer im Ordnername angeben (zumindest eine unverbindliche Reihenfolge anzugeben ist empfehlenswert, aber kein muss)
    • Den Ordner zippen (ZIP-komprimieren)

 

Mastering

  1. Sicherstellen, dass der Summenpegel, also der Pegel auf dem Mix Bus bzw. Master nicht übersteuert – ohne Einsatz eines Limiters (!). Gegebenenfalls den Pegel aller Spuren, die direkt auf die Summe geroutet werden, per Gruppe / Kanalverknüpfung gleichmäßig absenken oder auch anheben, um einen sinnvollen Summenpegel zu erreichen. Ein guter Richtwert sind hier Spitzenpegel von ca. -6 dB (unter Vollaussteuerung)

  2. Alle Plugins auf der Summe deaktivieren oder löschen.
    • Wenn du dir sicher bist, dass du eine gut klingende Summenkompression (Kompressor auf Mix Bus bzw. Master) und evtl. etwas Summen-EQ eingestellt hast, kannst du den nachfolgenden Mix-Bounce zusätzlich mit diesen Effekten wiederholen.
    • Wahrscheinlich kann beim Mastering durchaus die Version mit Summenbearbeitung verwendet werden. Dennoch sollte immer auch die Version ohne Summenbearbeitung mit hochgeladen werden. Denn es kann passieren, dass Effekte auf dem Mix Bus ein paar ungewünschte Nebenwirkungen verursachen, die eventuell erst beim Mastering auffallen. Grund dafür ist unter anderem eine andere Abhörumgebung im Mastering-Studio sowie das „zweite Paar Ohren“: Als Mastering Engineer hört man den Song zum ersten Mal – und noch dazu in einem anderen Raum über ein anderes Wiedergabesystem. So fallen meist Feinheiten auf, die beim Mix nicht bemerkt wurden. Wenn aber die Version ohne Mix Bus Processing mitgeliefert wird, können unerwünschte Nebeneffekte in solchen Fällen vermieden werden.

  3. Startpunkt der zu exportierenden Spuren festlegen:
    • Schnitt auf Schlag 1 im Takt vor dem Songstart bzw. dem Auftakt und/oder
    • Start-Locator auf der Timeline auf denselben Punkt setzen
    • Keinen Fade-In setzen, das wird im Mastering gemacht

  4. Endpunkt der zu exportierenden Spuren festlegen:
    • Schnitt auf Schlag 1, einen Takt nach dem vollständigen Ausklingen aller Spuren und/oder
    • End-Locator auf der Timeline auf denselben Punkt setzen
    • Keinen Fade-Out setzen, das wird im Mastering gemacht

  5. Den gesamten Mix im festgelegten Bereich als Stereo-Datei bouncen/exportieren
    • Format: Siehe allgemeine Anforderungen

  6. Pro Song einen Ordner anlegen
    • Den Mix oder die verschiedenen Varianten für den Upload (z.B. mit und ohne Mix-Bus-Kompression) einfügen
    • Den Ordner zippen (ZIP-komprimieren)

Upload der Tracks

Den oder die gezippten Ordner kannst du ganz einfach und sicher über einen persönlichen, einzigartigen Upload-Link hochladen. Du bekommst ihn nach der Bearbeitung deiner Anfrage zusammen mit dem Angebot zugeschickt. Den gesamten Ablauf eines Online-Mixing- oder -Mastering-Projekts findest du auf der Startseite unter Projektablauf.