Recording: Songs, CDs und mehr erfolgreich im Studio aufnehmen

Die Recording-Phase ist der erste Schritt zu einem großartigen Ergebnis im Tonstudio. Egal ob es darum geht, einen einzelnen Song aufzunehmen, ein Album oder eine EP, einen Podcast oder ein Hörbuch. Ob du eine CD aufnehmen oder ein digitales Audioprodukt erstellen möchtest – in jedem Fall entsteht beim Recoding die Basis für alles, was in der Produktion noch folgt. Deshalb ist dieser Schritt auch so wichtig. Auf dieser Seite erfährst du alles rund ums Thema Recording im Red Carpet Studio. Von allgemeinen Grundsätzen und Studio-Techniken über Abläufe bis hin zu Beispielen aus Musikaufnahmen findest du hier die richtigen Infos.

Hier ist ein Detailfoto der Toms und Mikrofone am Drumset zu sehen.

Inhalt

Recording im Studio - was ist das genau?

Der Begriff „Recording“ bezeichnet den gesamten Aufnahmevorgang bei einer Produktion im Tonstudio. Rein technisch gesehen ist das die Schallaufzeichnung zur mehrmaligen, künstlichen Wiedergabe auf verschiedenen Geräten. Man will also eine Performance festhalten, um sie später jederzeit an verschiedenen Orten anhören zu können und sie zu vervielfältigen. Bei einer Studioaufnahme handelt es sich sozusagen um eine Verewigung der Schallereignisse in diesem Moment.

Aus künstlerischer Sicht möchte man natürlich die bestmögliche Version des Werks auf dieser Momentaufnahme erreichen, und das nach klangästhetischen Kriterien. Über das Technische hinaus geht es dann darum, mit den verfügbaren Mitteln ein Klangbild zu erschaffen, wie es bei Live-Aufführungen naturgemäß gar nicht möglich ist: Zum Beispiel durch die Auswahl und Kombination mehrerer Takes, die isolierte Aufnahme einzelner Quellen und die Formung eines Raumeindrucks nach eigenen Vorstellungen. Hier kommt das Tonstudio ins Spiel. Im Recording Studio steht eine Vielzahl an tontechnischen Geräten, Techniken und Hilfsmitteln zur Verfügung, mit denen es möglich ist, genau den beabsichtigten Sound „auf Band“ zu bekommen.

Worauf kommt es bei Studio-Recordings an?

Damit der Klang am Ende einer Aufnahme im Studio stimmt, müssen viele Faktoren nicht nur einzeln gut umgesetzt sein, sondern auch gut zusammenspielen. Egal, um welche Art Recording es sich handelt, die folgenden Punkte nehmen grundsätzlich entscheidenden Einfluss auf das Gesamtergebnis.

Rot beleuchteter
Take 1 - Aufnahme? - Läuft! (Photo by Lucas Alexander on Unsplash)

Der Sound vor dem Mikrofon…

… oder anders gesagt: Die Quelle. Mit ihr steht und fällt die gesamte Produktion. Ja, es gibt heutzutage natürlich viele gute, nützliche Hilfsmittel, um bestimmte Unsauberkeiten in einer Aufnahme zu korrigieren. Doch das bedeutet nicht nur Mehraufwand. Denn selbst die beste Rhythmus-, Tonhöhenkorrektur- oder Restaurationssoftware kann nicht zaubern. Mit anderen Worten: Ohne gute Zutaten nützt auch die beste Küche nichts. Die wichtigsten dieser „Zutaten“ im Recording Studio sind:
Der Songwriting-Prozess zahlt sich immer auch im Recording Studio aus. Bild von matreena auf Pixabay

Das aufzunehmende Werk selbst (also der Song, das Album, das Hörbuch etc.)

Was zunächst banal klingt, ist tatsächlich eine oft unterschätzte Tatsache: Nur ein guter Song kann am Ende der Aufnahme wirklich gut klingen. Das ist natürlich nicht nur im Musikbereich so, sondern auch bei jeder anderen Audioproduktion. Alle Eigenschaften des Werks, wie die Spannungskurve, Emotion, Arrangement, Harmonie, Rhythmus und Text, bilden die Grundlage für alle weiteren Schritte. Nicht nur das, sondern jede Aktion im Studio richtet sich genau nach diesen Eigenschaften. Beispielsweise kann man einen Einbruch in der Spannungskurve kaum anders ausgleichen als direkt am Werk selbst anzusetzen. Deshalb sollten solche Anpassungen möglichst vor dem Recording getroffen werden. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Stress im Studio. So kann man sich besser darauf konzentrieren, worauf es wirklich ankommt: Die bestmögliche Performance mit dem perfekten Sound einzufangen.

Die Studio-Performance

Aber was heißt „bestmögliche Performance“ eigentlich? Wenn es eine Faustregel für das Einspielen, -singen und -sprechen im Studio gibt, dann ist das Präzision und „Feel“. Denn nach dem Werk selbst sind das die nächsten beiden Elemente, die in der Singalkette einen großen Unterschied machen. Mehr Präzision kann man zwar zum Teil auch durch Nachbearbeitung erreichen. Doch auf die Emotion hat man nach der Aufnahme so gut wie keinen Einfluss mehr. Und von vornherein präzise Darbietungen erlauben bei den anschließenden Produktionsschritten zusätzlich mehr kreativen Spielraum.

Um den Sound eines Studio-Recordings zu optimieren, gibt es einige Möglichkeiten – mehr dazu im zweiten Abschnitt. Doch beim Thema Performance kommt es im Studio vor allem auf Monitoring und Regieführung an: Gutes Monitoring sorgt dafür, dass du dich selbst und alles Relevante des Arrangements klar hörst. So kannst du dich bei der Aufnahme wohl fühlen und kreativ entfalten. Regieführung bedeutet in diesem Fall das gezielte Leiten des Recordings, um an jeder Stelle das Potenzial voll auszuschöpfen. Dadurch kann die bestmögliche Gesamt-Performance zusammengesetzt werden.

Eine gute Quelle für Studioaufnahmen ist also allgemein die Kombination aus einem guten Werk und einer guten Performance. Darüber hinaus gibt es speziell im Musikbereich noch eine dritte wichtige Zutat:

Performance beim Drum Recording. Drummer spielt einen Take im Recording Studio ein.
Präzision und Feel sind auch bei Drum Recordings die Essenz für guten Studio-Sound.
Mehrere fürs Recording Studio geeignete Akustik- und E-Gitarren in einem Gitarrenstativ vor einem dunklen Hintergrund.
Mit dem richtigen, gepflegten Instrument kann man bei Aufnahmen schnell an den gewünschten Klang kommen (Photo by Thomas Millot on Unsplash).

Das Instrument

Während es beim Song selbst und der Studio-Performance nur um die Musik geht, kommt hier der erste rein klangliche Aspekt ins Spiel. Ein gut klingendes Instrument nimmt eine Menge Arbeit ab und sorgt für ein besseres Gesamtergebnis. Vor allem sollte das Instrument zum Song, zum Genre und zu den anderen aufzunehmenden Instrumenten passen. Dabei muss das kein teures Equipment oder viel Zubehör bedeuten. Am wichtigsten ist vielmehr, dass es gut gepflegt und gestimmt ist. Übrigens kann man in diesem Zusammenhang auch Vocals als Instrument betrachten: Was beim Drumset frische, aber eingespielte und gut gestimmte Felle sind, sind bei der Stimme geschonte Stimmbänder und gezieltes Warm-Up vor der Recording-Session. Bei Gitarren und Bässen sind es wiederum frische Saiten und exaktes, regelmäßiges Tuning.

Grammophon mit messingfarbenem Schalltrichter vor schwarzem Hintergrund.
Bei der Wiedergabe von Tonaufnahmen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten einiges getan... (Bild von Hannibal Height auf Pixabay)

Signalqualität des Recordings

Gut, der Sound im Studio an sich gefällt und überzeugt. Damit die Produktion gelingt, ist nun hohe Qualität der aufgenommenen Signale eine weitere Grundvoraussetzung. Das ist generell der Anspruch in einem professionellen Recording Studio, wenn man von gezieltem Lo-Fi-Sound einmal absieht. Der Grund ist denkbar einfach: Je besser die technische Qualität, desto hochwertiger und kommerziell wettbewerbsfähiger das Ergebnis. Hierbei geht es noch nicht einmal um Ästhetik – die verdient ihren eigenen Punkt in der Klanggestaltung. Vielmehr geht es darum, ungewollte Störfaktoren gering zu halten. Grundrauschen, Verzerrungen und sonstige Nebengeräusche zu minimieren ist der übliche Ansatz, wenn es um Qualität geht. Das ist von beabsichtigten „Störfaktoren“ zu trennen – die gehören zur Kunst an der Sache und werden oft auch erst nachträglich hinzugefügt. Auch eine genaue Lokalisation von Signalen kann zur technischen Qualität zählen. Hier beginnt jedoch schon die Überschneidung mit dem künstlerischen Aspekt: Ist eine scharfe Lokalisation überhaupt gewünscht?
Moderner 2-Wege-Hifi- und Studio-Lautsprecher. Schwarzes Gehäuse und silbrige Lautsprechermembran.
... auch auf der Recording-Seite geht es deshalb darum, die heute mögliche Soundqualität voll auszunutzen (Photo by wu yi on Unsplash).

Künstlerischer Einfluss

Wärme, Brillanz, Punch, Aggressivität… Es gibt unzählige Begriffe, die ein Klangbild oder eine Vorstellung davon beschreiben wollen. Bei manchen ist relativ klar, was gemeint ist. Andere sind aber so subjektiv, dass es kaum möglich ist, das seinem Gegenüber mitzuteilen. Man weiß nie genau, ob andere unter einer solchen Beschreibung dasselbe verstehen. Darum ist es so hilfreich, mit Referenzen zu arbeiten, also Material, das als klangliche Inspiration für ein Werk dient. Auch das ist etwas, das am besten vor dem Recording stattfindet. Die Möglichkeiten, den Sound im Studio künstlerisch zu formen, sind vor allem Mikrofonauswahl, -aufstellung und Raumakustik. Doch worauf kommt es dabei an? Nun, auch wenn das Vorgehen sich immer am Einzelfall orientiert, sind es im Grunde trotzdem immer die gleichen Kriterien:
  • Wie breit oder schmal soll die Quelle klingen?
  • Wie nah oder fern?
  • Verhältnis von Bass, Mitten, Höhen und allem dazwischen: Wie hell, dunkel, mittig etc. sollen einzelne Signale klingen?
  • Wie „aggressiv“ soll der Sound sein? D.h. wie sollte das Verhältnis von Impulsanteil, tonalem Anteil und Geräuschanteil aussehen?
  • Wie groß und/oder übernatürlich sollen Elemente erscheinen?
Abhängig von den Antworten auf diese Fragen fällt dann die Umsetzung aus. Beispiele, wie eine konkrete Umsetzung im Einzelfall aussehen kann, gibt es im vierten Abschnitt.
Raphael Arnold im Red Carpet Studio bei der Regieführung eines Recordings.
Im Studio ist immer ein aufmerksames Gehör gefragt, um die richtigen klanglichen Entscheidungen zu treffen.

Wie wir im Red Carpet Studio den perfekten Sound herausholen

Beratung und Absprache

Damit ein Projekt optimal ablaufen kann, besprechen wir vor Beginn gemeinsam die Eckdaten. So ist allen Beteiligten genau bewusst, worum es geht. Dabei kann das natürlich ganz unverbindlich geschehen. Typische Eckdaten sind z.B. die Anzahl an Stücken, Besetzung und Genre. Aber auch Referenzmaterial, Demos, Guide-Tracks oder BPM-Angaben sowie der Zweck des Recordings sind Teil der Vorab-Infos. Ebenso ist eine Beratung über den Ablauf und die Abschätzung des Produktionsaufwands Teil der ersten Absprache. In jedem Fall ist nach diesem Schritt klar, wie das Projekt ungefähr aussehen wird.
Aufgeschlagener Terminplaner auf einem Schreibtisch.
Konzeption, Planung und Terminfindung sind die wichtigsten Schritte bei der Vorbereitung einer Recording-Session.

Recording-Konzept und Planung

Nach der ersten Beratung folgt die Konzeption des Recordings. Da Art und Ziel nun bekannt sind, können schon erste Entscheidungen getroffen werden: Beispielsweise, welches Equipment zum Einsatz kommt und wie es aufgebaut und konfiguriert werden soll. Tatsächlich finden hier schon Hintergedanken statt, wie die Mikrofonierung und Raumakustik im Detail aussehen wird. Auch welche Preamps für welche Quelle optimal sind oder ob Signale schon bei der Aufnahme leicht bearbeitet werden, fließt in die Überlegung mit ein. Natürlich geht es neben der Tontechnik auch um die Organisation: Was wird zuerst aufgenommen? Wann wird am besten auf- und abgebaut? Was nimmt wieviel Zeit in Anspruch? Aus diesen Fragen entsteht der Produktionsplan, der inklusive der Recording-Termine abgesprochen wird, sowie das konkrete Angebot.

Anpassung des Studios

Bevor das Recording beginnen kann, wird das Studio für die Session vorbereitet. Dazu gehört die Anpassung der modularen Raumakustik und der Auf- oder Umbau von Instrumenten. Gerade bei großen Projekten ist es auch möglich, eigenes Equipment z.B. am Vortag ins Studio zu bringen und in Ruhe aufzubauen. Auch die Voreinstellung von DAW, Interface, Preamps, Effekten und Monitormix findet hier statt. Dabei ist das Ziel, bei der Aufnahme schnell und effizient zu sein. Denn das kommt nicht nur der Studio-Buchungszeit zugute, sondern vor allem dem Wohlfühlfaktor und der Konzentration. Und das wirkt sich wiederum positiv auf die Performance und den Sound aus.

Sound-Umsetzung beim Recording

Mikrofone nach Plan aufstellen, ersten Take aufnehmen, fertig. Im Idealfall läuft ein Recording tatsächlich genau so ab. Doch oft sieht die Realität anders aus, allein schon aus dem studiotypischen Optimierungsansatz. Man möchte an vielen Stellen nachbessern, um den ursprünglichen Sound zu perfektionieren. Dazu kann man zum Beispiel
  • die Mikrofonposition ändern.
  • die Auswahl an Mikrofonen ändern.
  • die Aufteilung von Takes anpassen, etwa kürzere oder längere Phrasen wählen.
  • die Quelle optimieren, wie z.B.
    • Schlagzeug dämpfen, anders stimmen, andere Becken/Snare verwenden.
    • Gitarren-Amps und/oder Effektpedale anders einstellen.
    • leiser/lauter spielen.
  • das Stück anpassen, z.B.
    • Pausen verkürzen, verlängern oder einfügen.
    • Harmonien hinzufügen.
    • Stimmen und/oder Instrumente hinzufügen (Shaker, Vocal-Layer etc.).
    • Andere Elemente hinzufügen (Stichwort Soundeffekte, Atmos, Foleys).
Natürlich sind manche der obigen Beispiele einfache Techniken, andere etwas aufwendiger. Daher fängt man mit dem effektivsten und einfachsten Schritt an. Je nach Ergebnis kann man sich dann immer noch weiter nach vorne arbeiten. Genauso kommt es auch auf die Art der Produktion an. Bei Hörbuch-Recordings gibt es viel weniger Spielraum für Änderungen als z.B. bei epischen Gitarren-Soli.
Dynamisches Mikrofon am Rack-Tom (Drumset), PC-Bildschirme und Studio-Monitore im Hintergrund.
Gerade die Mikrofonierung gehört zu den wichtigsten Techniken zur Klangbeeinflussung.

Technische Qualität

Bei aller „Sound-Schrauberei“ ist technisch saubere Arbeit im Red Carpet Studio trotzdem ein Grundanliegen. Obwohl – „trotzdem“ ist hier nicht ganz richtig, denn es suggeriert einen Widerspruch zur künstlerischen Klanggestaltung im Tonstudio. Doch der existiert nicht, denn Tontechnik ist ein Werkzeug, um den angestrebten Sound zu erreichen. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Genauer gesagt ist also das Grundanliegen, alles technisch Mögliche zu tun, um Kunst optimal abzubilden. Mit anderen Worten: Klangbilder passend zu formen und gleichzeitig frei von ungewollten Einflüssen zu halten, um den perfekten Sound einzufangen. Konkrete Mittel, um solche Störungen beim Recording zu minimieren, sind:
  • Schalldämmung: Schallschutztür und -Fenster, doppelte Vorsatzschale.
  • Podest zur Entkopplung von Körperschall, Trittschalldämmung im Boden.
  • Lautlose Geräte (kein Einfluss auf die Aufnahme), inklusive PC.
  • Flexible Raumakustik durch modulare Absober und Diffusoren: gezielte Absorption / Diffusion an kritischen Punkten je nach Aufnahme möglich.
  • Hochwertiges Monitoring-System für akribische Signalkontrolle.
  • Sehr rausch- und verzerrungsarme Vorverstärker und Wandler etc.

Ablauf beim Recording

Du möchtest einen Song, eine CD oder eine EP in einem professionellen Recording Studio aufnehmen, das individuell auf deine Wünsche eingeht. Im Red Carpet Studio bist du dafür genau richtig! Aber wie läuft so ein Recording hier eigentlich genau ab? Hier findest du die Antworten.

Aufbau

Wie unter „Anpassung des Studios“ beschrieben, beginnt alles schon bei der passenden Einrichtung. Doch darum musst du dir keine Gedanken machen. Für dich beginnt die Recording-Phase mit dem Aufbau deines Equipments im Studio. Welches das genau ist und was du brauchst oder nicht, haben wir zu diesem Zeitpunkt schon alles geklärt. Wenn du Sänger, Rapper oder Sprecher bist, betrifft dich dieser Punkt ohnehin nicht, sondern es geht direkt mit dem Warm-Up und Soundcheck los. Das Wichtigste ist, dass du über die gesamte Session entspannt spielen kannst. Insbesondere bei Drums ist das aufgrund des körperlichen Einsatzes beim Spielen der Fall. Es bringt nichts, sich aus Eile beim Aufbau zu überstürzen, wenn dann mitten im Recording alles anstrengend wird. So etwas ist immer auch auf der Aufnahme zu hören. Dennoch sollte man – erneut besonders bei Drums – im Voraus bedenken, dass im Studio-Setup etwas Platz für Mikrofone gebraucht wird. Schließlich will man bei der Mikrofonierung keine unnötigen Kompromisse eingehen, die den Klang beeinträchtigen. Platzmangel kann es bei sehr niedrig über Snare und Toms montierten Becken (inkl. Hi-Hat) geben. Wenn alles aufgebaut ist und du sicher bist, dass dein Setup so bleiben kann, folgt die Aufstellung der Mikrofone. Von einem einzigen bis hin zu 16 oder gar 18 Mikrofonen bei aufwendigen Drum Recordings ist hier alles möglich. Der Planung entsprechend werden alle Mikrofone so ausgerichtet, dass sich ein guter klanglicher Startpunkt als Basis für den Soundcheck ergibt.
Pedalboard auf dem Boden im Recording Studio, neben Standfüßen eines Mikrofonstativs. Hinter dem Pedalboard sind die Füße des Gitarristen zu sehen, der die Pedale beim Recording bedient.
Ergonomisches und sorgfältiges Setup - bei jeglichem Recording-Equipment hilfreich (Photo by Cristian Guanipa on Unsplash).
Roter Teppich am Eingang des Red Carpet Studios, Blick auf ein Schlagzeug im Aufnahmeraum.
Aufnahmebereites Drumkit im Recording Studio.

Warm-Up und Soundcheck

Während des Aufbaus hast du auch die Gelegenheit, dich schon einmal aufzuwärmen. Sobald alles bereitsteht, beginnen wir dann mit dem Soundcheck. Hier testen wir, ob alle Signale richtig ankommen, die Pegel stimmen und du dich selbst und das Playback gut hören kannst. Auch testen wir die Talkback- bzw. Listenback-Einrichtung, d.h. ob wir uns gegenseitig gut verständigen können. Zusätzlich geht es um den Sound selbst: Wie klingt das Ganze überhaupt? Müssen Mikrofone anders positioniert werden? Ist ein anderes Mikrofon vielleicht doch besser geeignet? Vor dem ersten Take findet hier also ein Großteil der klanglichen Optimierung statt.
Raphael Arnold im Red Carpet Studio bei der Regieführung eines Recordings.
Ein wesentlicher Teil von Studioaufnahmen ist das Leiten, Auswählen und Zusammenfügen von verschiednen Spuren bzw. Takes.

Durchführung des Recordings

Haben wir den passenden Sound soweit gefunden, beginnt die eigentliche Aufnahme mit dem ersten Take, also dem ersten Durchlauf des aufzunehmenden Stücks. Je nach Art des Recordings gehen wir dabei unterschiedlich vor. Bei einem Drum Recording bietet es sich z.B. an, mindestens einen Full-Take aufzunehmen, also den gesamten Song am Stück. Bei komplexen Gitarren- oder Vocal-Parts beispielsweise kann es besser sein, das Stück in mehrere Takes aufzuteilen. Wie das im Detail aussieht, ist dabei Teil der Aufnahmekunst und natürlich abhängig vom Projekt. Natürlich bleibt es in der Regel nicht bei einem Durchgang. Durch die Aufnahme mehrerer Takes ist es möglich, von jeder Stelle des Stücks die beste Version auszuwählen und zusammenzusetzen. Je nach Produktion können das mehrere Full-Takes sein oder kurze, gezielte Takes an den relevanten Stellen, die wir optimieren möchten. Die Recording-Phase ist abgeschlossen, sobald alle Teile eines Werks optimal aufgezeichnet und korrekt zusammengefügt sind. Ab hier ist die Studioaufnahme bereit für die nächsten Produktionsschritte, also Editing, Mixing und/oder Mastering.

Beispiele von Aufnahmetechniken aus der Musikproduktion

Im Folgenden findest du einige Beispiele, welche Recording-Techniken im Studio regelmäßig Anwendung finden. Die Beispiele stammen alle aus der Musikproduktion, da es bei Musikaufnahmen besonders auf klangliche Details ankommt. Die grundsätzlichen Überlegungen, wie ein bestimmter Sound erreicht werden kann, sind jedoch auch bei anderen Recordings regelmäßig dieselben.

Drum Recording

Oftmals das erste Instrument bei einem Recording und zugleich die Königsdiziplin moderner Musikproduktion. Bei der Schlagzeugaufnahme bedarf es besonderer Sorgfalt, weil es sich um ein komplexes und sehr dynamisches Instrument handelt. Auch ist es das einzige Instrument, bei dem gerne mal 12 und mehr Mikrofone gleichzeitig zum Einsatz kommen. Hinzu kommt das entscheidende Zusammenspiel von Drumset (Größe, Material und Bauweise von Kesseln und Becken), Fellen, Stimmung, Spielweise, Raum, Mikrofonen und dem Rest der Signalkette (Kabel, Preamps und Wandler). Damit jeder einzelne Aspekt zum klanglichen Ziel beiträgt, orientiert man sich an zuvor definierten Klangkriterien, mit Blick auf den späteren Mixdown. Das kann dann bei einem Drum Recording im Rock-Bereich etwa so aussehen:

Kriterien:

  • Fetter, tiefer Rock-Sound, wenig Obertöne
  • viel Attack, ausgeprägte Transienten, aber nicht zu „spitz“
  • Anschlaggeräusch im oberen Mittenbereich bei ca. 2-4 kHz (eher „Klatsch“ als „Klick“)
  • Starker Grundton
  • gute Signaltrennung für flexible Bearbeitung im Mix

Umsetzung:

  • Drumset: größere Toms, z.B. 12″, 14″, 16″ oder 12″, 16″, 18″; Snare vorzugsweise aus Metall und mit größerer Kesseltiefe, z.B. 14×6,5″
  • Felle: vorzugsweise 2-lagige Schlagfelle, ggf. mit Dämpfung
  • Stimmung: tief; Schlag- und Resonanzfell bei Toms etwa gleich (für Sustain) oder Schlagfell höher (für mehr Pitch-Bend), Kick-Schlagfell nach Spielgefühl, Kick-Resonanzfell für Tonhöhe und Sustain; mittleres, eher offenes Snare-Tuning für Durchsetzungskraft im Mix
  • Mikrofone: Dynamische Stützmikrofone mit Betonung der gewünschten Spektralanteile, z.B.: Beta 52 (Kick), i5 (Snare), D112 (Floor Tom); Overheads als Becken-Stützmikrofone, Raummikrofone für Gesamtklang des Drumkits

Gitarren-Recording

Neben Drums sind E-Gitarren ähnlich komplexe Instrumente. Zwar hat man es hier nicht mit Unmengen von Mikrofonen zu tun, aber dennoch gibt es viele Variablen, die den Sound bestimmen. Gitarre, Saiten, Stimmung, Spielweise, Pick, Pickup, Effektpedale, Amp, Lautsprecher und Box haben alle unterschiedlich starke Auswirkungen auf den Klang. Eine Alternative zur Abnahme einer „echten“ Amp-Box-Kombination ist die Amp-Simulation. Doch die bildet viele der oben genannten Faktoren nach, und ist daher nicht unbedingt weniger komplex. Wie unterschiedlich die Recording-Technik für Gitarren sein kann, zeigt die Gegenüberstellung von zwei Genres: Für Metal-Rhythmusgitarren wird so gut wie jeder Teil der Signalkette anders aussehen als für ein Blues-Gitarrensolo. Im ersten Fall können charakteristische Merkmale etwa sein:
  • aggressive obere Mitten (ca. 2-3 kHz) und „fettes“ Low-End (100-200 Hz)
  • eher starke Verzerrung, aber ohne dass der Grundtonbereich und Attack darunter leidet
  • zurückhaltende Mitten bei 1 kHz
  • relativ geringer Dynamikumfang
  • möglichst breites Stereobild
Beim Blues-Solo wären es dagegen eher:
  • Mittiges und „warmes“ Frequenzbild, d.h. Hauptanteile um 1 kHz und in den unteren Mitten bei 150-300 Hz
  • weniger Höhenanteil
  • eher geringer Verzerrungsgrad („crunch“)
  • deutlich höherer Dynamikumfang
  • Abbildung in der Mitte des Stereobildes
Entsprechend dieser Kriterien fällt bei der Aufnahme auch u.a. die Amp-Einstellung und Mikrofonierung aus. Bei der Blues-Gitarre bietet sich beispielsweise ein Großmembran-Kondensatormikrofon in 20-30 cm Abstand an. Eventuell kann der Sound auch von einer zusätzlichen Raummikrofonierung profitieren. Für das Metal-Recording wäre hingegen eher ein dynamisches Mikrofon wie das Beta 57A, i5 oder SM57 direkt an der Box geeignet. Außerdem ist Double Tracking (Dopplung) für das breite Stereobild quasi ein Muss. Natürlich kommt in jedem Fall noch das Feintuning, also die genaue Klangregelung und Ausrichtung hinzu, wobei jeweils die verschiedenen Klangkriterien ausschlaggebend sind.
E-Gitarre neben Pedalboard auf Parkettboden im Recording Studio.
Wie musikalisches Equipment wird auch die Aufnahmetechnik auf das Genre abgestimmt (Photo by Francesco La Corte on Unsplash).
Detailaufnahme eines Bassisten beim Recording.
Das Fundament für jeden Song, egal welches Genre: Der Bass (Bild von Pexels auf Pixabay).

Bass-Recording

Auch die E-Bass-Aufnahme kann so komplex werden wie die von Gitarren. Doch oft muss das nicht sein. Gerade beim Bass kann man auch ohne Amp-Abnahme (reines DI-Recording) nicht nur einen brauchbaren, sondern einen ausgezeichneten Sound erzeugen, der sich optimal in die Produktion einfügt. Ob man trotzdem einen echten Amp mit Box aufnimmt, hängt vor allem von der Einzigartigkeit der Kombination ab. Klingt der echte Amp mit der Box so charakteristisch, dass man genau diesen Sound haben möchte, kann sich die separate Aufnahme lohnen. In dem Fall ist das Vorgehen nahezu das gleiche wie bei Gitarren-Recordings: Bass, Amp, Box und Mikrofone werden so aufeinander abgestimmt, dass sie zusammen den Klangcharakter bestmöglich unterstützen. Um im Rock-/Metal-Bereich zu bleiben: Bei Bass-Sounds, die von starker Verzerrung leben, ist eine Möglichkeit, DI- und Amp-Aufnahme zu kombinieren. So kann man aus beiden Signalen das Beste ziehen und einen dichten, durchsetzungsstarken Klang erzeugen. Bei einem solchen „gesplitteten“ Recording sind die Kriterien z.B.:
  • Verzerrung hauptsächlich im Mittenbereich (beispielsweise bei 600 Hz bis 2 kHz) für Aggresivität und Durchsetzungskraft
  • „sauberer“, tonaler Grundtonbereich für das Einfügen ins Klangbild, gemeinsam mit Kick Drum und Gitarren.
Im Fall von reinen DI-Recordings (ohne Amp-/Box-Aufnahme) entspricht das einer Kombination von zwei Amp-Simulationen mit verschiedenen Einstellungen.

Vocal-Recording

Wenn es ein Element gibt, das bei jedem Song am wichtigsten ist, dann ist es der Lead-Gesang. Er transportiert Inhalt und Emotion gleichermaßen und verdient deshalb auch beim Recording des Songs besondere Aufmerksamkeit. Jedes Detail ist wichtig, die Verständlichkeit muss gut sein, Zischlaute dürfen nicht überbetont sein und vieles mehr. Und auch bei Vocals ist die Vielfalt an Soundvorstellungen so hoch wie bei den Instrumental-Beispielen: Softe Balladen, Rap, Metal-Screams und -Growls – die Bandbreite ist groß. Ein weiteres Kriterium ist z.B. die empfundene Nähe oder Ferne des Gesangs, besonders im Kontext mit den Begleitstimmen. Hier kommen dann auch die Background-Vocals ins Spiel. Um die jeweilige Performance passend aufzunehmen, sind Auswahl und Aufstellung des Mikrofons der eine wichtige Faktor.

Mikrofone

Für eine Ballade beispielsweise, deren Lead-Gesang sehr nah klingen unter die Haut gehen soll, ist wohl ein eher kleiner Abstand zum Mikrofon sinnvoll. Am besten funktioniert meist ein Großmembran-Kondensatormikrofon, das die „warmen“ Frequenzen betont und viele Details aufzeichnet, ohne aufdringlich zu wirken. Das ist wohl einer der Gründe, warum diese Bauform als Studio-Standard fürs Vocal-Recording gesehen wird. Anders kann es bei Metal-Screams aussehen. Hier ist eventuell ein dynamisches Mikrofon besser geeignet, da es nicht so sehr auf Details und „Hi-Fi“ ankommt, sondern auf Druck im Mittenbereich. Der Mikrofonabstand ist jedoch dabei dem beim Balladen-Recording sehr ähnlich. Schließlich soll so ein Scream auch ganz vorne im Mix stehen.

Wiederum anders sieht es bei Background-Vocals aus. Dem Namen und der Funktion entsprechend sollen sie weiter hinten im Mix stehen und die Lead Vocals unterstützen. Entsprechend ist hier ein etwas größerer Abstand zum Mikrofon sinnvoll. Auch die sogenannte „Präsenz“ ist hier nicht so wichtig, weshalb ruhig weniger Höhenanteil in der Aufnahme vorhanden sein darf. Entsprechend kann man unter Umständen auch ein anderes Mikrofon verwenden, eventuell sogar unabhängig vom Genre ein dynamisches.

Großmembran-Kondensatormikrofon mit Mikrofonspinne und Pop-Schutz für Vocal-Recordings.
Auch wenn meist nur ein einzelnes Mikrofon zum Einsatz kommt, sind gute Vocal-Recordings sehr komplex.

Arbeiten mit Takes

Die meisten Vocal-Recordings haben neben alldem das intensive Arbeiten mit gezielten Takes gemeinsam. Das ist der zweite wichtige Faktor. Damit jeder einzelne Satz, jede einzelne Phrase perfekt ist, bekommt sie auch ihren eigenen Take. Ob das nun per Punch-In passiert oder über getrennte Spuren, Playlists etc. – Wenn du im Studio bist, um Songs aufzunehmen, musst du dir darüber keine Gedanken machen. Sicher kannst du dir hingegen sein, dass wir gemeinsam die am besten geeignete Recording-Technik finden, um die Aufnahme für dich angenehm zu machen. So erreichen wir auch den besten Sound und die beste Performance.

Die Preise für Recording-Projekte im Red Carpet Studio beginnen bei 99€. Jedoch hängt der konkrete Preis immer von der Art und dem Umfang des jeweiligen Projekts ab. Mehr Informationen findest du unter Angebote und Preise.

Du möchtest im Red Carpet Studio aufnehmen? Informiere dich gerne persönlich, wie wir dein Projekt verwirklichen können.

Raphael Arnold

Audio Engineer | Producer | Drummer